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fondsweb.de - Reich nach Plan: Die besten ETF-Sparpläne für 2018 25.07.18 Meldung

(boerse-online) - Mit diesen börsennotierten Indexfonds (ETF) bauen Anleger Schritt für Schritt ein Vermögen auf - bei minimalen Kosten. Die besten ETF-Sparpläne für 2018. Von Uli Kühn

Seit mehr als vier Jahrzehnten sorgt der Münchner Vermögensverwalter und Fondsmanager Gottfried Heller dafür, dass sich das Geld seiner Kunden stetig vermehrt. Seine Erfahrungen und sein Wissen hat er in "Zehn goldenen Regeln für den Börsenerfolg" zusammengefasst. Regel Nummer Eins: Langfristig anlegen, denn "Time" nicht "Timing" schafft Wert. Nicht weniger wichtig sind für den Börsenprofi drei weitere Erfolgsregeln: Frühzeitig regelmäßig sparen, Aktien bevorzugen und weltweit streuen.

Wer langfristig und regelmäßig Geld in renditebringende Wertpapiere investiert, profitiert vom Zinseszins- und Cost-Average-Effekt, weiß Heller. "Der Zinseszins-Effekt ist das achte Weltwunder", erklärt der Börsenveteran. Der Grund: Wenn laufende Erträge - Zinsen und Dividenden - sofort wieder angelegt werden und dadurch mitverzinst werden, nehmen die Ersparnisse mit immer größerer Geschwindigkeit zu. Anleihen und andere Zinspapiere sind dafür nach Hellers Einschätzung allerdings höchstens zweite Wahl. Bei den aktuellen Mini-Zinsen sei mit Zinspapieren kaum Vermögen aufzubauen.

"An Aktien führt kein Weg vorbei, denn sie bieten höhere Renditen", erläutert der Anlageexperte. Dazu kommt: Wer jeden Monat immer den gleichen Betrag in Aktien bzw. Aktien-ETFs investierte, profitierte vom Cost-Average-Effekt, denn er kaufe bei niedrigen Kursen automatisch mehr Aktien als bei hohen Kursen und erreicht so unterm Strich günstige Durchschnittskurse. Um das Risiko zu streuen und Chancen in allen Teilen der Welt zu nutzen, sollten Anleger jedoch nicht nur in Aktien ihres Heimatlandes investieren, sondern auch in internationale Papiere und Aktien aus den Schwellenländern.

Ideal geeignet für langfristige Sparvorhaben sind nach Hellers Einschätzung börsennotierte Indexfonds (ETF). "Ich bezeichne ETFs als Glücksfall für private Anleger", schreibt Heller in seinem aktuellen Anleger-Ratgeber "Die Revolution der Geldanlage". ETFs und ETF-Sparpläne seinen schließlich viel kostengünstiger als die meisten anderen Anlageinstrumente. Das Argument ist schwer zu widerlegen: ETFs für die wichtigsten Aktienmärkte kosten heute nicht selten weniger als 0,1 Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Wer zudem mit einem ETF-Sparplan Vermögen aufbaut, profitiert zusätzlich von äußerst niedrigen Ordergebühren.

Die Mischung machts: Mit diesen fünf ETF-Sparplänen haben Anleger die besten Erfolgsaussichten.

Ohne Amerika geht nichts

Welche Power in US-Aktien steckt, demonstriert die Wall Street erneut in diesem Jahr. Auch im zehnten Jahr der Börsen-Hausse sind US-Aktien kaum zu bremsen. Trotz des heftigen Kurseinbruchs im Januar notieren amerikanische Aktien heute rund 15 Prozent höher als im Juli 2017.

Doch nicht nur wegen ihrer Ertragsstärke, auch aufgrund der dominanten Größe des US-Aktienmarkts gehören US-Aktien in ein ausgewogenes Portfolio. Besonders umfassend und zudem unglaublich preiswert investieren Anleger mit dem iShares S&P 500 ETF (IE0031442068) in den amerikanischen Aktienmarkt.

Dieser ETF glänzt mit nur 0,07 Prozent Kosten pro Jahr und enthält dennoch alle 500 Aktien des S&P 500 Index. Dazu gehören alle großen und wichtigen Aktien der Wall Street, darunter natürlich auch Kursraketen wie Apple, Alphabet oder Facebook.

Aufgrund seiner günstigsten Kosten und seiner enormen Größe ist dieser ETF auch einer der liquidesten ETFs an der deutschen Börse. Das ist gut für Anleger, denn bei solch liquiden Fonds stellen die Market Maker meist auch in schwierigen Marktsituationen An- und Verkaufspreise, die sehr dicht aneinander liegen.

iShares S&P 500 ETF
ISIN: IE0031442068
Kosten pro Jahr: 0,07 Prozent

Primus in Deutschland

Der iShares Core Dax ETF war einer der ersten ETFs an der deutschen Börse und der erste ETF auf den Leitindex DAX. Bis heute ist der iShares Core Dax ETF nicht nur der am stärksten gehandelte ETF an der Deutschen Börse, sondern auch der Dax-ETF, in dem am meisten Geld steckt. Auf fast acht Milliarden Euro beläuft sich das Vermögen dieses Indexfonds. Damit ist der iShares-Core-Dax-ETF übrigens auch einer der größten ETF, der an Xetra, der Handelsplattform der deutschen Börse, gehandelt wird.

Der iShares-Core-Dax-ETF enthält alle 30 Aktien des Leitindex wobei sich das Gewicht der einzelnen Titel nach ihrem Börsenwert bestimmt. Den größten Anteil - mit jeweils rund zehn Prozent Gewicht - belegen der Softwareanbieter SAP sowie der Elektrokonzern Siemens. Stark vertreten sind auch andere Ikonen der deutschen Wirtschaft wie Daimler, Bayer oder die Allianz. Oft zahlen diese Gesellschaften auch attraktive Dividenden, die bei diesem ETF nicht an die Fondsbesitzer ausgeschüttet, sondern sofort reinvestiert werden.

Auch der iShares Core Dax ETF ist lediglich mit geringen Kosten belastet: Pro Jahr fallen Gesamtkosten von nur 0,16 Prozent an. Besser noch: Weil er der mit Abstand umsatzstärkste ETF in Deutschland ist, gibt es bei ihm auch fast keine Spanne mehr zwischen An- und Verkaufspreis. Die Market Maker begnügen sich bei diesem Umsatzrenner mit äußerst geringen Aufschlägen.

Durchschnittlich rund 1,8 Milliarden Euro beträgt der monatliche Handelsumsatz dieses ETFs. Bei solch hohen Umsätzen können Anleger ziemlich sicher sein, dass sie auch in angespannten Börsensituationen den ETF zu einem fairen Preis verkaufen können.

iShares Core Dax ETF
ISIN: DE0005933931
Kosten pro Jahr: 0,16 %

Comeback eines Kontinents

Europas Aktienmärkte bereiteten Anlegern zuletzt nicht allzu viel Freude. Dennoch sollte man bei der langfristigen Anlage nicht auf Aktien aus dieser Region verzichten. Trotz vieler Krisen haben viele Länder Europas Potenzial. Auch beim Wachstum sorgen unsere Nachbarn oft für angenehme Überraschungen. Wer in einen ETF mit europäischen Aktien investiert, kann zudem auf einen unbestreitbaren Vorteil bauen: Das Währungsrisiko ist gering, weil die Mehrzahl der Aktien meist in Euro notiert.

Ein gutes Basisinstrument für europäische Aktien ist der iShares Stoxx Europe 600 ETF (DE0002635307). Er bildet ein Börsenbarometer des Indexanbieters Stoxx ab, von dem auch der bekannte Euro-Stoxx-Index stammt. Im Unterschied zum Euro-Stoxx enthält der Stoxx 600 Index nicht nur Papiere aus der Eurozone, sondern auch britische und Schweizer Titel.

Das ist insofern interessant, weil an den Börsen dieser beiden Länder zahlreiche international erfolgreiche, renommierte Konzerne notieren. Der iShares Stoxx Europe 600 ETF umfasst zudem nicht nur 50 Aktien wie der Euro-Stoxx-50, sondern 600 Titel. Dadurch sind nicht nur die ganz großen Aktien im ETF vertreten, sondern auch einige Titel aus der zweiten Reihe.

In Bezug auf die Kosten kann auch dieser Indexfonds überzeugen. Die laufenden jährlichen Gebühren betragen 0,20 Prozent der Anlagesumme.

iShares Stoxx Europe 600 ETF
ISIN: DE0002635307
Kosten pro Jahr: 0,20 Prozent

Zukunftschancen nutzen

Schwellenländeraktien stellen die Nerven der Anleger oft auf die Probe. Für langfristig orientierte Anleger können diese Aktien aber auf jeden Fall ins Portfolio, urteilt nicht nur Börsenveteran Gottfried Heller. Argumente für diese Aktien gibt es einige, vor allem: langfristig beste Entwicklungsperspektiven sowie hohes Rendite- und Diversifikationspotenzial.

Besonders leicht gelingt der Einstieg mit einem ETF auf den MSCI Emerging Markets Index. In diesem Index finden sich rund 1900 Aktien der Schwellenländer. Sie stammen aus 17 verschiedenen Ländern, wobei chinesische Titel besonders stark vertreten sind. Dabei handelt es sich aber in erster Linie um Aktien, die nicht an der spekulativen Börse Shanghai notieren, sondern um Titel chinesischer Großunternehmen, die an der Börse in Hongkong gelistet sind. Dort können auch internationale Anleger ohne Beschränkungen handeln. Das am zweitstärksten im ETF vertretene Land ist Korea, gefolgt von Taiwan und Indien.

Rund zwei Dutzend Emerging Markets ETF notieren an der Deutschen Börse. Der preiswerteste in Deutschland notierte ETF auf den MSCI Emerging Markets Index ist der Amundi MSCI Emerging Markets ETF (ISIN: FR0010959676). Er ist nur mit jährlichen Kosten von 0,2 Prozent belastet und wird zudem meist mit einer engen Geld-Brief-Spanne gehandelt.

Bei dem Amundi- Fonds handelt es sich allerdings um einen ETF, der seinen Index synthetisch repliziert und keine zusätzlichen Wertpapiere zur Absicherung der Swaps verwendet. In der Regel sollte diese Konstruktion kein Problem für Anleger darstellen. Nur im unwahrscheinlichen Fall, dass die Swap-Partner von Amundi zahlungsunfähig werden, könnten einige Prozent Verluste entstehen. Wer dennoch lieber einen physisch replizierenden ETF will, der greift zum teureren iShares Core MSCI EM IMI ETF (ISIN: IE00BKM4GZ66). Er kostet 0,25 Prozent pro Jahr.

Amundi MSCI Emerging Markets ETF
ISIN: FR0010959676
Kosten pro Jahr: 0,20 Prozent

Die ganze Welt in einem ETF

Wer mit einem einzigen ETF nahezu alle Aktienmärkte der Welt abdecken will, greift zum Lyxor MSCI All Country World ETF (ISIN: FR0011079466). Dieser Indexfonds bildet den MSCI AC World Index ab, der Aktien aus 24 Industrie- und 21 Schwellenländern enthält. Insgesamt bestimmen mehr als 2400 Einzeltitel die Wertentwicklung des ETFs. Häufig haben die vertretenen Aktien dabei einen hohen Börsenwert, jedoch finden sich auch zahlreiche mittelgroße Werte in diesem Welt-Index. Nach Angaben des Indexanbieters MSCI repräsentiert der AC World Index rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung der Weltbörsen.

Ganz überwiegend enthält der Index allerdings Aktien aus den Industrienationen. Die Schwellenländerbörsen sind nur zu etwa zehn Prozent vertreten. US-Aktien stellen dagegen gut die Hälfte des Index-Portfolios. Anlegern sollte also bewusst sein, dass der Kurs des US-Dollars einen starken Einfluss auf die Wertentwicklung des Portfolios haben kann.

In Bezug auf die Branchenverteilung ist der ETF dagegen relativ ausgewogen. Zwar dominieren bei ihm wie in vielen ETFs Titel der Finanzbranche mit rund 20 Prozent Anteil. Mehrere andere Branchen sind jedoch mit rund zehn Prozent Gewicht ebenfalls gut vertreten.

Auch diesen ETF gibt es zu fairen Konditionen. Die jährlichen Kosten betragen 0,45 Prozent. Um die Kosten niedrig zu halten und den Index möglichst genau abzubilden, setzt auch dieser ETF auf die synthetische Replizierungstechnik. Angesichts der großen Titelzahl ist das sicher keine schlechte Strategie.

Lyxor MSCI All Country World ETF
ISIN: FR0011079466
Kosten pro Jahr: 0,45 Prozent

Quelle:
fondsweb.de